Bei einer Siemens Waschmaschine mit Fehler E18 kommt der Moment oft an einer ziemlich ungünstigen Stelle: Die Maschine hat gerade abgepumpt, bleibt stehen, und plötzlich steht noch Wasser in der Trommel. Der erste Gedanke ist dann meistens: „Wie kann ich den Fehler einfach resetten?“ Genau an dieser Stelle würde ich nicht sofort auf das Zurücksetzen setzen. Der E18-Hinweis hat bei vielen Siemens-Modellen einen sehr konkreten Hintergrund: Das Wasser wird nicht schnell genug abgepumpt.
Ich hatte schon mehrfach Geräte vor mir, bei denen nach einem scheinbaren Reset alles zunächst wieder normal aussah. Ein Waschgang später war der Fehler wieder da. Der Grund war kein komplizierter Elektronikdefekt, sondern ein kleiner Fremdkörper in der Laugenpumpe oder eine zugesetzte Ablaufstrecke. Deshalb gehe ich bei E18 lieber vom tatsächlichen Fehlerbild aus und arbeite mich von den einfachen Ursachen zu den Bauteilen vor, die wirklich geprüft werden müssen.
Warum der Fehler E18 nicht einfach durch einen Reset verschwindet
Der Begriff „Reset“ führt bei diesem Fehler etwas in die falsche Richtung. Natürlich kann man eine Siemens Waschmaschine ausschalten, vom Strom trennen und anschließend neu starten. Das kann sinnvoll sein, wenn die Steuerung nach einer Störung neu initialisiert werden soll. Eine mechanische Verstopfung wird dadurch allerdings nicht beseitigt.
Wenn die Pumpe beispielsweise durch eine Münze, einen kleinen Knopf oder einen Wäschestückfaden blockiert ist, erkennt die Maschine beim nächsten Abpumpversuch erneut, dass das Wasser nicht schnell genug verschwindet. Der Fehler E18 kommt dann wieder. Dasselbe gilt für einen geknickten Ablaufschlauch oder einen stark verschmutzten Pumpenfilter.
Bei manchen Geräten wird der Fehler als E18, bei anderen als F18 angezeigt. Entscheidend ist weniger der einzelne Buchstabe als das Verhalten der Maschine. Bleibt Wasser in der Trommel, hört man beim Abpumpen nur ein Brummen oder läuft das Wasser ungewöhnlich langsam ab, sollte man die Entwässerung als Erstes untersuchen.
Bevor ich etwas öffne: Erst einmal genau hinhören
Ein kurzer Test sagt häufig mehr als zehn Minuten Herumprobieren. Wenn noch Wasser in der Maschine steht, würde ich zunächst das Abpump- oder Schleuderprogramm anwählen und beobachten, was passiert. Dabei lohnt es sich, nicht nur auf die Anzeige zu schauen, sondern tatsächlich zuzuhören.
Ein deutliches Brummen der Pumpe bei gleichzeitig ausbleibendem Wasserfluss ist ein typischer Hinweis auf eine blockierte oder schwergängige Pumpe. Hört man dagegen fast gar nichts, obwohl die Maschine abpumpen sollte, kommt neben einer blockierten Pumpe auch deren elektrische Ansteuerung infrage. Läuft Wasser zunächst ab, aber nur sehr langsam, sollte man zusätzlich den Ablaufschlauch und den Siphon kontrollieren.
Diese Unterscheidung klingt nach einer Kleinigkeit, spart aber Zeit. Ich würde nicht sofort die Pumpe ausbauen, wenn das Wasser beispielsweise nur deshalb nicht richtig abläuft, weil der Ablaufschlauch hinter der Maschine geknickt wurde.
Das Wasser aus der Maschine bekommen, ohne die Küche zu fluten
Bevor der Pumpenfilter geöffnet wird, muss man sich auf Restwasser einstellen. Gerade wenn die Maschine mitten im Programm stehen geblieben ist, können sich noch mehrere Liter im Gerät befinden. Das kleine Filtergehäuse sitzt bei vielen Siemens Frontladern unten hinter einer Serviceklappe. Beim Öffnen läuft das Wasser nicht unbedingt langsam und kontrolliert heraus.
Deshalb zuerst die Maschine ausschalten und den Netzstecker ziehen. Dann Handtücher und ein flaches Gefäß bereitlegen. Falls das Modell einen kleinen Notentleerungsschlauch besitzt, kann dieser zum Ablassen verwendet werden. Ist kein solcher Schlauch vorhanden, wird das Pumpenfiltergehäuse nur vorsichtig und schrittweise geöffnet.
Der Netzstecker sollte vor Arbeiten im Pumpenbereich gezogen sein. Das klingt banal, ist aber genau die Art von Detail, die man beim schnellen Reparaturversuch gerne übersieht. Die Pumpe hat mit Wasser und elektrischen Anschlüssen zu tun; hier sollte man nicht unter Spannung experimentieren.
Der Pumpenfilter ist bei E18 mein erster echter Kontrollpunkt
Nachdem das Restwasser entfernt wurde, lässt sich der Filter herausdrehen. Dabei würde ich nicht nur kurz hineinschauen. Den Filter vollständig herausnehmen, unter fließendem Wasser reinigen und anschließend auch in die Öffnung dahinter leuchten. Dort sammeln sich gerne Dinge, die man von außen nicht sieht.
Besonders häufig findet man Münzen, Büroklammern, kleine Kunststoffteile, Haargummis oder Flusen. Ein Klassiker sind auch BH-Bügel oder Teile davon, die sich ungünstig vor dem Pumpenrad festsetzen können. Manchmal reicht schon ein kleines Stück Stoff, um das Pumpenrad zu bremsen.
Das Pumpenrad sollte sich vorsichtig bewegen lassen. Es muss nicht völlig frei und ohne jeden Widerstand drehen; je nach Pumpenkonstruktion fühlt sich die Bewegung leicht rastend an. Auffällig wäre dagegen, wenn es sich überhaupt nicht bewegen lässt, deutlich klemmt oder ungewöhnlich viel Spiel hat.
Hier würde ich nicht mit einem Schraubendreher oder einem anderen spitzen Gegenstand herumstochern. Ein Fremdkörper, der sich direkt greifen lässt, kann vorsichtig entfernt werden. Sitzt etwas tiefer im Pumpengehäuse fest, ist es sinnvoller, die Pumpe gezielt auszubauen, statt das Kunststoffteil mit Gewalt zu beschädigen.
Wenn der Filter sauber ist: Der Ablaufschlauch wird interessant
Ein sauberer Filter bedeutet noch lange nicht, dass die Ablaufstrecke frei ist. Der Schlauch zwischen Maschine und Abfluss kann innen zugesetzt sein oder außen so liegen, dass das Wasser nur schlecht ablaufen kann. Gerade wenn eine Waschmaschine kürzlich verschoben wurde, sehe ich hier einen erstaunlich häufigen Fehler.
Der Schlauch sollte keine enge Knickstelle aufweisen. Auch die Einbindung in einen Siphon oder Wandanschluss verdient einen Blick. Wenn der Abfluss selbst langsam läuft, kann die Waschmaschine völlig in Ordnung sein und trotzdem E18 melden. Ein einfacher Test ist deshalb, den betreffenden Abfluss mit einem anderen Gerät beziehungsweise mit Wasser zu prüfen.
Bei einem Anschluss am Spülensiphon können sich Fett, Waschmittelreste und Schmutz über längere Zeit ablagern. Dann schafft die Pumpe zwar noch Wasser aus der Maschine, aber die Abflussstrecke bremst den Durchfluss. Die Elektronik erkennt letztlich nur das Ergebnis: Das Wasser ist nicht schnell genug weg.
Woran man eine schwächelnde Laugenpumpe erkennt
Wenn Filter und Ablaufschlauch frei sind, wird die Laugenpumpe selbst zum Kandidaten. Ein typisches Bild ist ein lautes Brummen, während kaum Wasser gefördert wird. Interessant ist auch der Fall, dass die Maschine manchmal problemlos abpumpt und manchmal E18 zeigt. Ein verschlissenes Pumpenrad oder ein Fremdkörper, der sich je nach Stellung verhakt, kann genau dieses wechselhafte Verhalten verursachen.
Bei älteren Geräten kann die Pumpe mechanisch verschlissen sein. Das merkt man gelegentlich an ungewöhnlichen Geräuschen oder daran, dass der Wasserabfluss deutlich langsamer geworden ist, ohne dass eine sichtbare Verstopfung vorhanden ist. Eine Pumpe muss dann nicht zwangsläufig komplett ausgefallen sein. Sie kann noch laufen, aber nicht mehr die Förderleistung erreichen, die während des Abpumpens erforderlich ist.
Ein hörbares Pumpengeräusch beweist deshalb nicht, dass die Pumpe in Ordnung ist. Sie kann elektrisch anlaufen und trotzdem mechanisch nicht mehr ausreichend fördern.
Der Reset funktioniert erst dann sinnvoll, wenn die Ursache beseitigt ist
Wenn die Ablaufstrecke gereinigt und die Ursache behoben wurde, kann man die Maschine wieder zusammenbauen und einen neuen Abpumpvorgang starten. Vorher sollten Filter und Verschluss sauber und korrekt eingesetzt sein. Gerade der Filter wird manchmal nach der Reinigung nur halbherzig eingeschraubt, wodurch später Wasser austreten kann.
Zum Zurücksetzen reicht bei vielen Siemens Geräten zunächst das Ausschalten über den Programmwähler. Danach kann man die Maschine für einige Minuten stromlos machen und anschließend wieder einschalten. Je nach Modell unterscheiden sich die genaue Bedienung und mögliche Tastenkombinationen, weshalb ich bei speziellen Reset-Prozeduren nicht nach einer allgemeinen Tastenkombination vorgehen würde. Die Bedienungsanleitung des konkreten E-Nummer-Modells ist hier zuverlässiger.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst Ursache beseitigen, dann Fehlerzustand zurücksetzen beziehungsweise einen neuen Programmstart versuchen. Ein Reset ist kein Ersatz für die Fehlersuche.
Wann ich nicht mehr weiter zerlegen würde
Bis zum Filter und zur sichtbaren Ablaufstrecke kann man bei entsprechender Vorsicht vieles selbst kontrollieren. Sobald jedoch elektrische Messungen, das Öffnen der Maschine oder der Ausbau der Pumpe notwendig werden, sollte man seine eigenen Kenntnisse realistisch einschätzen. Eine Waschmaschine ist kein besonders kompliziertes Gerät, aber Netzspannung und Wasser sind eine Kombination, bei der Improvisation fehl am Platz ist.
Wenn die Pumpe nicht läuft, obwohl sie angesteuert werden müsste, kommen neben der Pumpe auch Verkabelung und Steuerung infrage. Ohne geeignete Messmittel lässt sich das nicht zuverlässig durch bloßes Raten unterscheiden. Auch ein beschädigter Pumpenanschluss kann ähnlich aussehen wie eine defekte Pumpe.
Bei einer Maschine, die wiederholt E18 meldet, obwohl Filter, Schlauch und Abfluss frei sind, würde ich deshalb nicht immer weiter Teile tauschen. Genau hier entstehen die unnötigen Reparaturkosten: Eine Pumpe wird auf Verdacht ersetzt, danach bleibt der Fehler bestehen, und am Ende war die Ursache an einer ganz anderen Stelle.
Ein kleines Detail entscheidet manchmal über die weitere Suche
Besonders hilfreich finde ich die Frage, ob die Maschine das Wasser überhaupt noch abpumpt. Läuft das Wasser vollständig ab, aber E18 erscheint trotzdem wieder, sollte man genauer auf den zeitlichen Ablauf schauen. Die Steuerung erwartet bestimmte Bedingungen und Zeiten. Ein grenzwertiger Durchfluss kann deshalb zunächst noch funktionieren und später trotzdem zur Fehlermeldung führen.
Bleibt dagegen jedes Mal Wasser in der Trommel und die Pumpe brummt nur, ist die Richtung deutlich klarer. Dann würde ich zuerst Filter, Pumpenbereich, Ablaufschlauch und Abfluss prüfen. Erst wenn diese Punkte unauffällig sind, wird die elektrische Seite interessant.
Genau diese schrittweise Eingrenzung macht die Fehlersuche meistens angenehmer. Man muss nicht von Anfang an wissen, welches Bauteil kaputt ist. Es reicht, die möglichen Ursachen so zu sortieren, dass man mit den wahrscheinlichsten und am einfachsten kontrollierbaren Stellen beginnt.
Was ich bei E18 nicht machen würde
Ich würde die Maschine nicht mehrfach hintereinander neu starten und hoffen, dass der Fehler irgendwann verschwindet. Ebenso wenig würde ich Wasser mit Gewalt durch einen möglicherweise zugesetzten Ablauf drücken oder das Pumpenrad mit einem Werkzeug blockiert drehen. Solche Versuche bringen selten etwas und können aus einem kleinen Problem einen beschädigten Pumpendeckel, eine undichte Verbindung oder einen größeren Defekt machen.
Auch aggressive chemische Rohrreiniger gehören nicht in die Waschmaschine. Wenn der Siphon oder Hausabfluss zugesetzt ist, sollte dieser separat gereinigt werden. Die Waschmaschine selbst braucht bei einem E18-Fehler in der Regel keine chemische Behandlung, sondern eine saubere mechanische Kontrolle der Wasserführung.
Und noch etwas: Wenn Wasser ungewöhnlich riecht, aus der Maschine austritt oder sich elektrische Auffälligkeiten zeigen, würde ich die Fehlersuche nicht unter Zeitdruck fortsetzen. Eine saubere Diagnose ist wichtiger als ein schneller Neustart.
Am Ende geht es weniger um den Reset als um den Grund, warum die Maschine ihn braucht
Der Fehler E18 wirkt auf dem Display zunächst wie eine kryptische Meldung. Wenn man ihn auf das tatsächliche Verhalten der Maschine herunterbricht, wird die Sache wesentlich überschaubarer: Das Wasser muss aus der Maschine heraus, und irgendwo auf diesem Weg stimmt der Durchfluss nicht.
Manchmal liegt die Ursache in einer Münze, die seit Wochen im Filter steckt. Manchmal ist es ein geknickter Schlauch nach dem letzten Umstellen der Maschine. Und manchmal ist tatsächlich die Laugenpumpe verschlissen. Der Unterschied lässt sich meistens erkennen, wenn man nicht nur versucht, den Fehler zu löschen, sondern sich anschaut, was die Maschine beim Abpumpen tatsächlich macht.
Genau deshalb würde ich einen E18-Reset nie als ersten und einzigen Reparaturversuch betrachten. Der sinnvollere Ansatz ist, die Maschine kurz zur Ruhe kommen zu lassen, das Wasser sicher abzulassen und die Ablaufstrecke Stück für Stück zu kontrollieren. Wenn danach der Fehler verschwunden ist, war der Reset nur der letzte Schritt. Die eigentliche Reparatur ist an einer viel unscheinbareren Stelle passiert.
Fot. https://www.magnific.com

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