Bargeld abheben in Schottland: Gebühren, Geldautomaten und typische Kostenfallen

Haben Sie schon einmal vor einem Geldautomaten im Ausland gestanden und sich gefragt, ob die angezeigten fünf oder sechs Pfund Gebühr wirklich unvermeidbar sind? Genau diese Situation erlebt man auch in Schottland erstaunlich schnell. Obwohl Kartenzahlung dort inzwischen selbst bei kleinen Beträgen völlig normal ist, möchte ich auf Reisen nie ganz ohne Bargeld unterwegs sein. Ein paar Pfund in der Tasche sind praktisch – nur sollte man dafür nicht unnötig viel bezahlen.

Warum ich Bargeld erst in Schottland abhebe

Schottland gehört zum Vereinigten Königreich, bezahlt wird also mit Pfund Sterling (GBP). Geld bereits vor der Reise in Deutschland zu tauschen, halte ich meistens für unnötig. Wechselstuben und Banken arbeiten mit unterschiedlichen Kursen, teilweise kommen zusätzliche Gebühren hinzu. Einfacher ist es häufig, nach der Ankunft einen seriösen Bankautomaten zu benutzen.

Dabei gibt es einen kleinen schottischen Sonderfall: Mehrere Banken geben eigene Banknoten heraus. Scheine der Bank of Scotland, Royal Bank of Scotland oder Clydesdale Bank sehen deshalb anders aus als englische Pfundnoten. Beim ersten Mal wirkt das etwas ungewöhnlich. Es handelt sich trotzdem um Pfund Sterling. In Schottland selbst hatte ich damit nie Schwierigkeiten.

Der Automat ist nicht immer das eigentliche Problem

Bei einer Abhebung können gleich mehrere Kosten zusammenkommen. Der Betreiber des Automaten kann eine Gebühr verlangen, zusätzlich kann die eigene Bank einen Auslandseinsatz berechnen. Besonders unangenehm wird es, wenn der Automat auch noch anbietet, den Betrag direkt in Euro umzurechnen.

Diese sogenannte Dynamic Currency Conversion klingt zunächst komfortabel. Man sieht beispielsweise sofort, dass 100 Pfund ungefähr einem bestimmten Eurobetrag entsprechen. Der angebotene Wechselkurs ist jedoch häufig schlechter als der Kurs, den Visa oder Mastercard verwenden würden. Deshalb wähle ich am Automaten immer die Belastung in GBP, wenn ich zwischen Euro und Pfund entscheiden kann.

Situation Meine Wahl
Abrechnung in EUR oder GBP GBP wählen
Automat zeigt eigene Zusatzgebühr Abbrechen und anderen Automaten suchen
Unbekannter freistehender ATM Lieber Bankfiliale nutzen
Kleine Bargeldbeträge mehrfach abheben Wenn möglich eine größere Abhebung bevorzugen

Welche Geldautomaten ich bevorzuge

In Edinburgh, Glasgow oder Aberdeen findet man problemlos Automaten großer Banken. Ich halte mich bevorzugt an Geräte, die direkt zu einer Bankfiliale gehören. Nicht jeder unabhängige Automat ist teuer, doch gerade in touristischen Bereichen stehen Geräte, bei denen eine zusätzliche Betreibergebühr erst während des Vorgangs erscheint.

Wer sich zunächst grundsätzlich orientieren möchte, wie das Bezahlen in Schottland funktioniert, sollte dabei Bargeld und Kartenzahlung gemeinsam betrachten. Für die meisten Reiseausgaben braucht man heute nämlich deutlich weniger Scheine als noch vor einigen Jahren.

Wie viel Bargeld braucht man überhaupt?

Für einen normalen Städtetrip würde ich keine großen Summen abheben. Hotels, Restaurants, Supermärkte, Tankstellen und viele kleinere Cafés akzeptieren Karten. Selbst kontaktloses Bezahlen kleiner Beträge gehört zum Alltag. 50 bis 100 Pfund Bargeld reichen mir deshalb meist als Reserve.

Anders sieht es aus, wenn die Reise durch die Highlands, auf kleinere Inseln oder zu abgelegenen Unterkünften führt. Dort verlasse ich mich weniger darauf, jederzeit einen Geldautomaten zu finden. Ein technischer Ausfall des Kartenlesers oder eine schlechte Verbindung ist zwar kein tägliches Ereignis, aber genau dann sind zwanzig oder vierzig Pfund plötzlich ausgesprochen praktisch.

Ein Detail, das erst bei der Rückreise auffällt

Große Bargeldreserven haben noch einen Nachteil: Am Ende bleiben schottische Banknoten übrig. In Schottland ist das kein Problem, außerhalb Großbritanniens können sie beim Umtausch jedoch gelegentlich weniger vertraut sein als Bank-of-England-Scheine. Deshalb versuche ich, gegen Reiseende zuerst das vorhandene Bargeld auszugeben.

Am entspanntesten reist es sich für mich inzwischen mit einer Karte ohne hohe Fremdwährungsgebühren und einer überschaubaren Bargeldreserve. Nicht der Geldautomat entscheidet darüber, ob eine Abhebung teuer wird, sondern oft die kleine Auswahl auf dem Bildschirm. Wer bei der Frage nach Euro oder Pfund kurz aufmerksam bleibt, kann sich eine jener Reisegebühren sparen, über die man sich spätestens beim Blick auf den Kontoauszug ärgert.

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